Aktuelle Informationen

Termine im Jahr 2018
Die zertifizierten Betriebe unseres Fördervereins sind mit Ständen vertreten auf der Regionalmesse „Nordhessen geschmackvoll!“ am Sonntag, dem 14. Oktober rund um das Rathaus in Melsungen.
Für den Ahle-Wurscht-Tag soll ein neues Konzept entwickelt werden. Er findet voraussichtlich nicht mehr im Herbst in Lohfelden statt.

Drohende Schließung des Schlachthofes Kassel
Mit Sorge sieht der Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht die drohende Schließung des Schlachthofes in Kassel: Einige Betriebe sind existenziell darauf angewiesen, dass sie im Nahbereich die schweren Wurschtschweine vom Bauern ihres Vertrauens schlachten lassen und auf kurzem Weg zur Weiterverarbeitung in ihren Betrieb bringen können. Nur so ist die Warmverarbeitung sicher gestellt. Betrieben in der Stadt Kassel ist seit 1879 der Betrieb eigener Schlachtstätten aus hygienischen Gründen verboten. Kleinere Metzgereien im Umland können aufgrund der hohen Anforderungen durch EU-Verordnung eigene Schlachtstätten nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Die Ursache der wirtschaftliche Schieflage des Schlachthofes Kassel (und nicht nur des Betriebes in Kassel) sieht der Förderverein in der zu geringen Nutzung: Immer mehr Fleisch und Wurst wird in Supermärkten gekauft, die dort vertriebenen Waren werden von bundesweit agierenden Fleischfabriken zu niedrigen Preisen produziert, gegen die ortsansässige Metzger kaum konkurrieren können. In der Folge kaufen viele Metzger ihr Fleisch nicht mehr regional, sondern möglichst günstig vom Großhandel ein. Letzlich ist der Verbraucher durch sein Einkaufsverhalten für die Zerstörung oder Bewahrung regionaler Strukturen in der Lebensmittelherstellung verantwortlich.
Der Förderverein hofft auf eine Lösung für die Weiterführung des Schlachthofes oder auf eine kleinere und effektivere Alternative in der Stadt Kassel oder im unmittelbaren Umfeld.

Zertifizierung der Betriebe in 2017 abgeschlossen
Die Überprüfung der Einhaltung der Vereinskriterien wurde im Laufe des Frühjahres durchgeführt. Alle geprüften Betriebe konnten nachweisen, dass sie entsprechend den Qualitätskriterien arbeiten. Zertifizierungsnachweise haben folgende Betriebe erhalten: Sabine Opfer aus Datterode, der Teichhof aus Grandenborn, Wolfgang Wiegand aus Harle, Willi Ross aus Melsungen, Volker Luckhardt aus Seigertshausen, die Jausenstation aus Weißenbach und Dieter Rohde aus Kassel.

Die Ahle Wurscht vom Förderverein beim Hessenfest der Hessischen Landesvertretung in Berlin
Am 21. Juni war großer Bahnhof in der hessischen Landesvertretung in Berlin. Viel Prominenz war der Einladung gefolgt und ließ sich hessische Spezialitäten schmecken. Für die Ahle Wurscht hat der Vorsitzende des Fördervereins, Matthias Pflüger gesorgt. Weil Bundeskanzlerin Angela Merkel bekennende Liebhaberin der Ahlen Wurscht ist, bekam sie eine Stracke im Jutesäckchen als Präsent überreicht.

Die Kanzlerin freut sich offensichtlich über die Stracke (Foto Bernd Gasser)

„Fleisch ist nicht gleich Fleisch!“
Einschätzung der Meta-Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Gesundheitsrisiken von Fleischkonsum zwingt zu kritischer Betrachtung
PRESSEINFORMATION VON SLOW FOOD DEUTSCHLAND E: V. – Berlin, 29. Oktober 2015

Unser weltweit wachsender Appetit auf Fleisch verursacht nicht nur Umweltschäden durch Massentierhaltung und Monokulturen von Futterpflanzen – er ist auch nicht gesund. So auch das Urteil einer kürzlich veröffentlichen Untersuchen der Weltgesundheitsorganisation: Das Risiko an Gesundheitsschäden wachse mit der Menge und Regelmäßigkeit des Verzehrs an Wurstwaren und rotem Fleisch, schreibt die WHO. Diese Aussage schlägt derzeit einige Wellen, insbesondere im undifferenzierten Echo mancher Medienberichte, aber eine kritische Beurteilung des WHO-Gutachtens ist wichtig. „Ob Fleisch oder Wurst – jedes Produkt weist in vielerlei Hinsicht erhebliche Unterschiede auf,“ so Dr. Hanns-Ernst Kniepkamp, Leiter der Qualitätskommission von Slow Food Deutschland e. V. „Fleisch ist nicht gleich Fleisch, sondern in hohem Maße abhängig von Zucht, Haltung und Fütterung der Tiere. Dazu kommt die Zubereitungsart. Hat Fleisch, das gesotten wurde, dasselbe Risiko wie gegrilltes Fleisch? Gibt es Unterschiede im Gefährdungspotenzial zwischen Rind, Schwein und Lamm? Ist ‚Schwarzgeräuchertes‘ mit besonders hohem Risiko behaftet?“ Bei den unterschiedlichen Wurstarten ist das nicht anders. Vor allem bei der Herstellung von Würsten kommt der Frage nach Zusatzstoffen eine besondere Bedeutung zu. Für beide gilt: die Herkunft der Tiere und die Art der Zubereitung (Fleisch) oder Weiterverarbeitung (Wurst) sind mitentscheidend für mögliche Wirkungen auf die Gesundheit. Die Einstufung der WHO wurde anhand der Auswertung von 800 Einzelstudien gemacht, deren Fragestellungen jeweils einem ähnlichen Muster folgten. Daraus ergibt sich zwar ein großer Datenpool, eine differenzierte Aussage aus wissenschaftlicher Sicht lässt dies aber nicht zu. „So lange diese differenzierten Fragen nach Herkunft, Verarbeitung und Zubereitung nicht beantwortet werden können, entzieht sich die Studie einer fachlichen Bewertung,“ betont Dr. Kniepkamp weiter. Slow Food plädiert bei allen Lebensmitteln für die Wahl guter, sauberer und fairer Lebensmittel, bei denen die Herkunft, Herstellung und Zusatzstoffe nachvollziehbar sind. Gerade beim Fleischverzehr kommt es eben auf die Dosis an: Fleischverzehr in Maßen ist nicht nur ökologisch nachhaltiger sondern auch besser für die Gesundheit. „Weniger ist mehr, das gilt gerade bei Fleisch und Fleischprodukten,“ so Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e. V. „Der Verzehr von Fleischkonsum steht in engstem Zusammenhang mit ökologischer Nachhaltigkeit und menschlicher Gesundheit – das sagt Slow Food schon seit langem. Unsere Ernährung muss abwechslungsreich sein mit wenig, aber gutem Fleisch und Wurstwaren aus artgerechter Haltung.“

Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich für eine lebendige und nachhaltige Kultur des Essens und Trinkens einsetzt. Der Verein tritt für die biologische Vielfalt ein, fördert eine nachhaltige, umweltfreundliche Lebensmittelproduktion, betreibt Geschmacksbildung und bringt Erzeuger von handwerklich hergestellten Lebensmitteln auf Veranstaltungen und durch Initiativen mit Ko-Produzenten (Verbrauchern) zusammen. Slow Food Deutschland wurde 1992 gegründet und ist ein eingetragener Verein mit Geschäftsstelle in Berlin. Die Slow-Food-Bewegung zählt Mitte 2015 in Deutschland über 13.500 Mitglieder in rund 85 Convivien (lokalen Gruppen), weltweit sind es mehr als 100.000 Menschen in über 150 Ländern.
www.slowfood.de V.i.S.d.P.: Dr. Ursula Hudson

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