Worte für die Wurscht

Einen einheitlichen Begriff für die lange gereifte nordhessische Wurst aus Schweinemuskelfleisch und Speck zu finden, ist gar nicht so einfach. “Alte Wurst” wird in den meisten Orten als “Ahle Worschd” ausgesprochen, aber auch “Ahle Worscht”, “Ahle Wurschd” ist üblich. Die Version “Ahle Wurscht” im Vereinsnamen ist als Konzession an die Verständlichkeit auch außerhalb Nordhessens zu verstehen. Die Wurst trägt aber auch ganz andere Namen: Mal ist sie die “Gute Wurst”, weil sie die edlen Bestandteile des Schweins abgekommt, mal ist sie die “Rote Wurst”, weil sie durch die Zugabe von Salpeter eine schöne rote Farbe erhält, luftgetrocknet wird sie auch als “Droggene Worschd” bezeichnet. Dann gibt es noch eine ganze Reihe von Unterbegriffen für die in unterschiedlichen Hüllen verarbeitete Wurst: Die rund zusammengebundenen dünnen Kaliber heißen “Dürre Runde”. Die geraden Würste im mittelstarken Rinderdarm sind “Stracke” oder “Hammerstiele”. Die in die zusammengenähte Haut des Rippenfells gefüllte dicke Wurst ist die “Schmalzhaut”, “Schmeerhaut”, “Blummenhudd” oder “Flomenhaut”. In der Kälberblase wird sie zum “Feldkieker”. Damit ist die Wort-Palette noch lange nicht vollständig!

Eine Antwort auf Worte für die Wurscht

  1. Schuster sagt:

    Hier fehlt, ganz wichtig: Fettdarm, Arschdarm, Oarschdorm – das Beste überhaupt, worin Stracke eingekleidet werden kann. Danke für die Schmalzhaut – das Zweitbeste -, die wird meistens vergessen, oft wegen der Arbeitsintensität (abziehen, abschaben, nähen) gar nicht mehr verwendet. Und, nebenbei: wenn einer für Blutwurst keine Speckgrieben mehr schneiden will, sondern den Speck cuttert, dann soll er´s ganz lassen. Danke

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